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BRUTOLOGY

September 28 @ 20:00 Oktober 1 @ 20:00

Die Bezeichnung Brutalismus stammt nicht vom deutschen Wort Brutalität. Sie ist angelehnt an die französische Bezeichnung für Rohbeton: béton brut. So nannte unter anderem der weltberühmte Architekt Le Corbusier den sichtbar gelassenen Beton an einigen seiner prägenden Bauten.

In ihrem neuen Stück Brutology setzen sich Montserrat Gardó Castillo und Petr Hastik mit dem utopischen und dystopischen Potenzial brutalistischer Architektur und Infrastruktur auseinander. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte der Brutalismus als entschieden internationaler Baustil zum Wiederaufbau eines neuen Europas dienen. Er stand für Träume von Fortschritt, urbanem Wachstum und sozialer Gerechtigkeit. Heute ist er längst mit einem Gefühl von Entzauberung verbunden. Seine massiven Gebäude aus Sichtbeton empfinden viele Menschen als monoton, hässlich und unbewohnbar. Im Zeitalter von Dekonstruktion, Nichtlinearität und Digitalisierung wirkt er seltsam substantiell.

Montserrat Gardó Castillo und Petr Hastik beschäftigen sich mit den Widersprüchen und Fragen des Brutalismus und betrachten sein Erbe nicht als Trümmer, sondern als Chance für ein Neudenken. In ihrer interdisziplinären Performance begeben sie sich auf Spurensuche: In welchen Formen prägte der Brutalismus die Gesellschaften und ihr kulturelles Gedächtnis? Warum wirkte sein Konzept gleichsam demokratisierend wie entfremdend? Poetisch und multiperspektivisch skizzieren sie auf seinen ideologischen Ruinen neue Zukunftsentwürfe. Kostüm- und Raumobjekte, Gitarren-Riffs und Synthesizer-Klänge machen einen Baustil und dessen Gedankenwelt erlebbar.

IN DER CONCRETE ZONE I

Performance und Regie: Montserrat Gardó Castillo und Petr Hastik. Performance: Juan Felipe Amaya González, Mariona Naudin. Musik: Nicolás Kretz. Künstlerische Unterstützung / Setdesign: Knut Klaßen. Kostüme: Marc Aschenbrenner, Eva Carbó. Licht-, Ton- und Videodesign: Jörn Nettingsmeier. Dramaturgie: Annette Müller. Produktionsleitung: Karolina Maria Knoll